Info Haarentfernung

Infos, Trends und Tipps rund um das Thema Haarentfernung

Etwa fünf bis zehn Prozent der Frauen weltweit sind von diesem Phänomen betroffen: dem Hirsutismus. Darunter versteht man die Umwandlung von dünnem, weichem Flaumhaar in voll pigmentiertes Terminalhaar. Frauen, die unter Hirsutismus leiden, haben ein stark ausgeprägtes Haarwachstum an der Oberlippe, den Wangen, dem Kinn sowie an den Oberschenkelinnenseiten und der Brust.
Die Ursache dafür ist in den meisten Fällen eine erhöhte Androgenbildung (=männliche Geschlechtshormone). Vor allem bei südländischen Frauen ist dieser Erklärungsansatz häufig zutreffend. Eine weitere Ursache kann in Stoffwechselkrankheiten wie dem „polyzystischen Ovarialsyndrom“ oder dem „adrenogenitalen Syndrom“ liegen, die eine verstärkte Produktion männlicher Sexualhormone durch die Eierstöcke bewirken. Darüber hinaus kann ein sogenanntes Hypophyseadenom, ein gutartiger Tumor, zu vermehrtem Haarwachstum führen.
In vielen Fällen geht Hirsutismus mit Übergewicht und Insulinresistenz einher.
Um das Leid der Frauen ein wenig zu reduzieren, besteht die Möglichkeit, die Haare zu bleichen. Diese Lösung ist jedoch nicht immer wirklich zufriedenstellend. Die manuelle dauerhafte Haarentfernung per Epilation bzw. Depilation kann ebenfalls helfen. Zum Teil werden Frauen, die an Hirsutimus leiden, auch medikamentös behandelt, um die überschüssige Ausschüttung männlicher Geschlechtshormone zu reduzieren.

Die Inhaberin eines Wellness- und Beautycenters wurde vom Amtsgericht München zu Schadensersatz verurteilt, weil sie ihrer Kundin eine Kleinigkeit bei der Aufklärung verschwiegen hatte.

Eine Münchnerin, die sich für eine Entfernung der Beinbehaarung interessierte, entschloss sich zu einer laut Geschäftsfrau „dauerhaften, sanften und problemlosen“ Behandlung zu 1025 Euro, die sich über fünf Sitzungen und erstreckte. Die Beinhaare sollten mithilfe eines sogenannten Photosilk-Geräts, das eine spezielle Lasertechnik verwendet, entfernt werden. Diese Bestrahlung ist in 80% der Fälle erfolgreich, so dass keine Haare mehr sprießen.

Als nach den fünf Behandlungen jedoch noch immer Haare an den Beinen der Kundin wuchsen, forderte sie ihr Geld zurück. Da sich die Institutinhaberin allerdings querstellte, kam es zu einer Strafanzeige wegen Betrugs. Das Verfahren wurde eingestellt. Doch die verärgerte Kundin blieb hartnäckig und es klagte auf Schadensersatz und dazu noch Schmerzensgeld, da sich nach der zweiten Sitzung Brandwunden auf der Haut gebildet hatten.

Der Behandlungspreis wurde erstattet, die Klage auf Schmerzensgeld jedoch zurückgewiesen. Begründung der Richterin: „Wenn sich jemand trotz angeblicher Brandwunden noch drei weiteren Behandlungen unterzieht, dürften diese Beeinträchtigungen eher unerheblich gewesen sein.“

Ein aalglatter Körper ohne jegliche Behaarung. Bislang galt dieses Schönheitsideal hauptsächlich für das weibliche Geschlecht. Doch inzwischen ziehen auch die Männer nach.

Männermagazine wie „GQ“ oder „Men’s Health“ präsentieren, wie sich der Mann von heute stylen und pflegen sollte. Und dazu zählt nun auch ein haarfreier Körper. Die Selbstinszenierung des Mannes hat sich in den vergangenen Jahren extrem verändert. Stand der „Körperpelz“ bei den Männern vor einiger Zeit noch für Stärke und Männlichkeit, so wird er heute eher als störend empfunden. Neben der Hygiene ist ein Grund auch der Glaube, zumindest bei Muslimen. Dort zählt die Haarentfernung im Achsel- und Genitalbereich nämlich zu den Regeln der Religion. Aber für viele Männer gilt auch einfach eine recht banal wirkende Erklärung: Das männliche Geschlechtsteil wirkt ohne Schambehaarung optisch nun mal größer.

Laut einer Studie der Universität Leipzig entfernen sich 97% der jungen Frauen und 79% der jungen Männer regelmäßig ihre Körperhaare. Das ist das Ergebnis einer Befragung von 314 Studenten, deren Alterdurchschnitt bei etwa 23 Jahren liegt.
Demnach haben 89% der Frauen, die gut einem Drittel aller Befragten entsprechen, mindestens drei, 48% sogar vier dauerhaft haarlose Körperbereiche. Am häufigsten werden dabei Achseln, Beine, Intimbereich und die Augenbrauen genannt. Beim männlichen Geschlecht mag es in etwa die Hälfte vor allem im Genitalbereich sowie unter den Achseln und auf der Brust haarlos.
Besonders den Intimbereich nahmen die Forscher dabei genauer unter die Lupe. 88% der weiblichen Befragten und 67% der Männer gaben an, sich regelmäßig die Haare im Genitalbereich zu entfernen.
Maßgeblich für die Haarentfernung ist bei beiden Geschlechtern neben Ästhetik vor allem die gesellschaftliche Norm.